Die kurze Antwort: Eine durchschnittliche Wohnungsentrümpelung im Markgräflerland kostet zwischen 1.500 € und 4.500 €. Eine Hausentrümpelung zwischen 3.500 € und 9.000 €. Einzelne Keller oder Garagen oft schon ab 350 €. Diese Spannen klingen breit — und sie sind es auch, weil sieben klar identifizierbare Faktoren den Preis bestimmen. Wenn Sie diese Faktoren kennen, können Sie jedes Angebot einsortieren.
Die Kurzantwort: drei Faustregeln
Wenn Sie keine Zeit für den ganzen Artikel haben, merken Sie sich diese drei Werte:
| Befüllung | Richtwert pro m² | Beispiel: 60 m² |
|---|---|---|
| Wenig — größtenteils leer | ca. 18 €/m² | ~ 1.100 € |
| Normal — Möbel und Inventar | ca. 30 €/m² | ~ 1.800 € |
| Vollgestellt — über Jahre | ca. 50 €/m² | ~ 3.000 € |
Diese Werte gelten für Erdgeschoss-Lagen mit normaler Zugänglichkeit. Für höhere Stockwerke ohne Aufzug, Sondermüll und besondere Umstände kommen Aufschläge dazu. Wertanrechnung bei brauchbarem Inventar zieht direkt davon ab.
Die sieben Faktoren, die den Preis bestimmen
1. Volumen — wieviel muss raus
Der wichtigste Hebel ist nicht die Wohnfläche, sondern das tatsächliche Volumen. Eine 60-m²-Wohnung mit normalen Möbeln ist weniger Aufwand als ein 40-m²-Keller, der zehn Jahre lang zugemüllt wurde. Profis schätzen in m³, nicht in m². Bei der Besichtigung nehmen wir genau diese Zahl auf.
2. Befüllungsgrad — wie voll ist es
Drei Stufen, die wir auch in unserem Kostenrechner verwenden:
- Wenig (Faktor 1): Größtenteils leere Räume, ein paar Möbel, wenig persönliche Gegenstände. Typisch nach Voraus-Sortierung durch Familie.
- Normal (Faktor 1,5–2): Komplette Wohnungseinrichtung, Schränke voll, Keller normal befüllt. Der Standardfall.
- Vollgestellt (Faktor 2,5–3): Wohnung über Jahre nicht entrümpelt, Stapel statt Schränke, Sammelheimindikator. Hier dauert das Sortieren so lange wie das Räumen.
3. Stockwerk & Aufzug
Bei jedem Stockwerk ohne Aufzug rechnen wir +5–8 % auf, weil Tragezeit linear mit der Etage steigt. Mit Aufzug ist der Aufschlag null — auch im 8. Stock. Liftgröße (Möbelaufzug nötig?) prüfen wir bei der Besichtigung.
4. Zugänglichkeit & Parksituation
Können wir den LKW direkt vor die Tür stellen oder müssen wir 80 Meter durch eine Fußgängerzone tragen? Reichen 5 Meter Parkverbot oder müssen wir Halteverbotsschilder beantragen (50–80 € extra)? Schmale Treppenhäuser, niedrige Decken, enge Türen — alles Faktoren, die wir bei der Besichtigung notieren.
5. Sondermüll und Schadstoffe
Was nicht in den normalen Container darf, kostet extra:
- Farben & Lacke: Pauschale 80–200 €, je nach Menge
- Größere Mengen Elektronik: 1–3 € pro kg ab 50 kg
- Asbest-Verdacht (alte Bodenbeläge, Eternit): Sachverständigenprüfung vorab, dann TRGS-519-Fachbetrieb
- Öle, Chemikalien, Batterien: Sondermüll-Kategorisierung mit Beleg
- Schimmel oder Wasserschäden: Schutzkleidung, separate Container
6. Demontage und Rückbau
Einbau-Küchen, Trennwände, Gardinenstangen, Lampen — das übliche Handwerkspaket gehört zum Standardpreis. Aufwendige Rückbauten (Sanitärblöcke, Werkstatteinrichtung, Praxis-Behandlungseinheiten) berechnen wir separat — siehe auch unsere Gewerberäumung.
7. Sortier- und Dokumentationsaufwand
Wenn Sie eine fotografische Bestandsdokumentation brauchen (gerade bei Nachlassräumungen oder strittigen Erbengemeinschaften), kommt ein zeitlicher Aufwand dazu — typischerweise 80–250 €, abhängig vom Umfang.
Kalkulationsbeispiele zur Orientierung
Acht typische Konstellationen — Größe, Charakter, kalkulatorischer Richtwert. Die Werte ergeben sich aus den oben beschriebenen Faktoren (m², Befüllung, Stockwerk, Aufzug, Sondermüll, Wertanrechnung). Verbindlich wird der Preis immer erst nach kostenloser Besichtigung — schriftlich, mit klar definiertem Leistungsumfang.
| Objekt | Größe | Charakter | Richtwert |
|---|---|---|---|
| 1-Zimmer-Wohnung, EG | 32 m² | leer, kleine Auflösung nach Auszug | ~ 750 € |
| 2-Zimmer-Wohnung, 1. OG | 55 m² | normal befüllt | ~ 1.700 € |
| 3-Zimmer-Wohnung, 3. OG ohne Aufzug | 78 m² | vollgestellt | ~ 3.400 € |
| Reihenhaus mit Keller und Garage | 140 m² | normal befüllt | ~ 4.800 € |
| Einfamilienhaus mit Garten | 180 m² | stark befüllt | ~ 7.900 € |
| Einzelner Keller | 15 m² | Standardräumung Mehrfamilienhaus | ~ 380 € |
| Garage | 20 m² | Werkzeug, Reifen, etwas Sondermüll | ~ 550 € |
| Büro mit 4 Räumen | 110 m² | Standortschließung, normale Möbel | ~ 2.600 € |
Diese Zahlen sind kalkulatorische Richtwerte
Identische m²-Zahlen können zu deutlich unterschiedlichen Preisen führen — abhängig von den sieben oben genannten Faktoren. Die Beispiele oben dienen ausschließlich der Orientierung. Verbindlich wird Ihr Preis erst nach kostenloser Besichtigung, schriftlich, mit klar definiertem Leistungsumfang.
Wertanrechnung — was wirklich Geld bringt
Das ist der einzige Hebel, der den Preis ohne Aufwandsänderung senkt. Wir rechnen transparent an, was sich verkaufen oder verwerten lässt:
| Posten | Typische Anrechnung |
|---|---|
| Eichenholz-Esstisch, gut erhalten | 80–250 € |
| Vintage-Sessel (Designer) | 150–800 € |
| Werkzeug-Komplettbestand (Werkstatt) | 250–1.500 € |
| Buntmetall (Kupfer, Messing) ab 20 kg | 3–8 €/kg |
| E-Bike, fahrbereit | 200–600 € |
| Bürostuhl Vitra/USM | 40–180 € |
| Funktionsfähige Spülmaschine, < 5 Jahre | 50–150 € |
| Schallplatten-Sammlung (sortiert) | 0,50–8 €/LP |
| Antiquitäten (mit Schätzgutachten) | nach Schätzung |
Wichtig: Wir rechnen nur an, was sich auch wirklich verkaufen lässt. Überschätzte Posten in „Lockangeboten" anderer Anbieter, die später am Ende doch nicht im Preis ankommen, sind ein typisches Warnsignal.
Pauschal- vs. Festpreis vs. Stundensatz
In der Branche gibt es drei Abrechnungsmodelle. Nur eines schützt Sie wirklich:
- Stundensatz (z. B. 65 €/h pro Mann): Klingt günstig, ist aber riskant. Ohne Obergrenze laufen Sie in eine offene Rechnung. Wir empfehlen das nur für sehr kleine, klar abgrenzbare Aufträge.
- Pauschalpreis ohne Besichtigung: „Wohnung bis 80 m² für 2.490 € pauschal" — hört sich gut an, hat aber meist Kleingedrucktes („zzgl. Sondermüll, zzgl. Aufzug, zzgl. Anfahrt"). Am Ende sind Sie über den Festpreisen seriöser Anbieter.
- Schriftlicher Festpreis nach Besichtigung: Der Standard, den wir empfehlen — und liefern. Der Preis steht vor dem Auftrag schriftlich, mit klar definiertem Leistungsumfang. Mehrkosten gibt es nur bei nachweislicher Erweiterung und nach Ihrer Freigabe.
Wie Sie den Preis senken
Wenn das Budget knapp ist — fünf Hebel, die wirklich helfen:
- Vorsortieren: Was Sie selbst aussortieren, mindert das Volumen direkt. Vor allem Kleinkrempel und persönliche Gegenstände — die sortieren wir sonst stundenweise.
- Wertvolle Möbel separat verkaufen: Auf eBay-Kleinanzeigen oder via Antiquitätenhändler bekommen Sie oft mehr als die Wertanrechnung. Das, was übrigbleibt, räumen wir günstiger.
- Buntmetall sammeln: Kupferleitungen, Messing-Lampen, Aluminium-Felgen separat ans Schrottwerk → dort höherer kg-Preis als bei der Wertanrechnung im Räumungspaket.
- Termin flexibel halten: Wenn Sie keinen festen Termin brauchen, können wir günstige Lücken in unserem Kalender nutzen — bis 8 % Rabatt möglich.
- Mehrere Wohnungen kombinieren: Wenn Sie zwei Räumungen in derselben Stadt zur gleichen Zeit haben (z. B. zwei Häuser einer Erbengemeinschaft), sparen Sie Anfahrt und Logistik — typisch 10–15 % weniger als zwei Einzelaufträge.
Warnsignale bei billigen Anbietern
In der Entrümpelungs-Branche gibt es leider auch unseriöse Anbieter. Achten Sie auf diese Warnsignale, bevor Sie unterschreiben:
- Kein schriftliches Angebot — nur mündlich „so um die 2.000 €"
- Anzahlung von 30 % oder mehr vor Räumungsbeginn
- Keine Mehrwertsteuer ausgewiesen, kein Firmenbriefkopf, keine Rechnungsadresse
- „Komplett kostenlos, wir verwerten ja eh alles" — funktioniert in 99 % der Fälle nicht
- Druck zur sofortigen Auftragserteilung („nur heute der Preis")
- Keine kostenlose Besichtigung — Festpreis nur nach Telefonschätzung
- Keine Festnetz-Nummer, keine Anschrift, nur Mobilfunk + WhatsApp
- Kein Beleg über die Entsorgung am Ende — wir wissen dann nicht, ob das Inventar ordnungsgemäß entsorgt wurde oder im Wald landet
Sie wollen einen ehrlichen Preis sehen?
Geben Sie ein paar Eckdaten in unseren Kostenrechner ein — Sie bekommen sofort eine grobe Spanne, ohne Anmeldung, ohne dass irgendeine Verpflichtung entsteht.
Häufige Fragen zu Entrümpelungs-Kosten
Was kostet eine Entrümpelung pro Quadratmeter?
Als Orientierung gelten 18 €/m² (leicht), 30 €/m² (normal) und 50 €/m² oder mehr (vollgestellt) — jeweils für Erdgeschoss-Objekte mit normaler Zugänglichkeit. Aufschläge gibt es für höhere Stockwerke ohne Aufzug, Sondermüll und besondere Umstände. Wertanrechnung mindert den Preis.
Was kostet eine 60-m²-Wohnung zu entrümpeln?
Eine normale 60-m²-Wohnung im Erdgeschoss kostet typischerweise zwischen 1.600 € und 2.100 € — Festpreis, alles inklusive. Bei vollgestellter Wohnung im 3. Stock ohne Aufzug liegen wir eher bei 2.500 € bis 3.200 €.
Welche Faktoren erhöhen den Preis?
Höhere Stockwerke ohne Aufzug, schwer zugängliche Parksituationen, Sondermüll (Farben, Lacke, Asbest), schwer demontierbare Einbauten, sehr volle Räume mit hohem Sortieraufwand. Jeder dieser Faktoren wird transparent im Festpreis-Angebot ausgewiesen.
Welche Faktoren senken den Preis?
Wertanrechnung von brauchbarem Inventar (Möbel, Geräte, Werkzeug), gute Erreichbarkeit, niedrige Stockwerke mit Aufzug, weitgehend leere oder bereits sortierte Objekte. Bei kleineren Aufträgen mit wenig Volumen gibt es einen Mindestpreis (ab ca. 350–500 €).
Bezahle ich am Ende mehr als im Angebot steht?
Nein. Was im schriftlichen Festpreis-Angebot steht, gilt — auch wenn der tatsächliche Aufwand vor Ort höher ausfällt. Mehrkosten gibt es nur, wenn der Auftragsumfang nachweislich erweitert wird (z. B. ein zusätzlicher Raum, der vorher nicht zugänglich war) und Sie das vorher freigegeben haben.
Kann ich die Entrümpelung von der Steuer absetzen?
Bei privaten Auftraggebern können Sie haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG mit 20 % der Lohnkosten absetzen (max. 4.000 € pro Jahr) — vorausgesetzt Sie zahlen per Überweisung und legen die Rechnung der Steuererklärung bei. Bei Nachlassräumungen ist das oft nicht absetzbar (kein eigener Haushalt). Bei gewerblichen Auftraggebern ist die Räumung Betriebsausgabe. Sprechen Sie sicherheitshalber mit Ihrem Steuerberater.